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Büyükkaya

 

Luftbild von Büyükkaya

 

Rekonstruktion der hethitischen Getreidesilos

 

 

Von der Unterstadt her gesehen macht Büyükkaya (= großer Fels) einen ganz besonderen Eindruck - eine schroffe Felswand, die sich rund 100 m über den Talboden erhebt. Dort oben auf der Spitze lag bereits im Chalkolithikum, rund 4000 Jahre vor der Ankunft der Hethiter, eine kleine Siedlung, und auch die frühbronzezeitlichen Hattier saßen dort. Später nutzten die Hethiter den Platz zur Errichtung eines monumentalen Gebäudes, von dem allerdings nur noch Fundamentreste erhalten sind.
Seinen eigentlichen Charakter zeigt Büyükkaya aber erst bei der Betrachtung der "Rückseite". Auf dem Weg von oder nach Yazilikaya und Yozgat sieht man, daß Büyükkaya eigentlich ein langer Höhenrücken ist, der mit Befestigungsmauern umgeben ist.
Ursprünglich, d.h. etwa im 16. Jahrhundert v. Chr., gab es nur die Mauer auf der Südostseite, die aus der Schlucht vom Bachübergang bei Ambarlikaya heraufkam. Im Norden führte sie an der Spitze des Büyükkaya-Rückens hinunter und setzte sich fort in der Nordstadtmauer, die im weiten Bogen zur Äußeren Unterstadt zurückführte und dort ihrerseits in die Poternenmauer überging. Später errichtete man oben auf der Nordseite von Büyükkaya eine weitere Befestigungsmauer, die bei Mihraplikaya auf die Abschnittsmauer der Unterstadt trifft. Damit wurde dieser Bergrücken zur besonders geschützten Zitadelle.
Spätestens im 13. Jahrhundert v. Chr. hatte Büyükkaya die Funktion eines riesigen Getreidelagers: Die Vorräte der Stadt und des Landes wurden in großen rechteckigen Erdgruben mit gepflasterten Böden aufbewahrt. Die größte dieser Gruben - elf sind bislang bekannt, aber es gab sicher noch mehr - war 12x18 m groß und sicher über 2 m tief. Das allein entspricht einer Lagerkapazität von mindestens 260 Tonnen Getreide.
Nach dem Einfüllen des Getreides wurden diese Silos oben mit einer dicken Erdschicht versiegelt. Derart unter Luftabschluß, verbraucht das Getreide durch Atmung den restlichen Sauerstoff und produziert nebenher Kohlendioxid. In dieser Atmosphäre können Schädlinge nicht überleben - Mäuse und Ratten ebensowenig wie Kornläuse und -käfer oder Schimmelpilze und Hefen. So entsteht eine perfekte Konserve, die jahrelang halten kann. Das Prinzip dieser Art der Vorratslagerung wird noch heute vielerorts in Ländern der Dritten Welt, und auch an manchen Orten in der Türkei angewendet.

Siehe auch: Forschungsbericht Büyükkaya-Grabung