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Getreidesilokomplex hinter der Poternenmauer

 

Plan des Silokomplexes - mit 118 m länger als ein Fußballfeld!

 

 

 

 

Hinter der Poternenmauer in der Unterstadt, auf halbem Weg zwischen Kizlar Kaya und Büyükkale, liegt ein großer unterirdischer Getreidesilo der althethitischen Zeit. Er ist gleichzeitig mit der Poternenmauer spätestens im 16. Jahrhundert v. Chr. errichtet worden und hat eine Länge von rund 118 m. Die Breite schwankt geländeabhängig zwischen 30 und 40 m. In diesem Bau gab es in zwei Reihen nebeneinander je 16 große Kammern. Sie sind jeweils 6 m breit und 13-16 m lang und mit einem Bodenpflaster aus Bruchsteinen ausgestattet. Die Mauern aus Lehmziegeln sind 1,5 m breit. Nach außen hind sind die Silokammern mit mächtigen Lehm- und Tonpackungen abgedichtet.

Zwölf Kammern sind durch Feuer vernichtet worden. Die Lehmwände sind vielfach vollständig durchgebrannt und rot verziegelt, da viel organisches Material darin enthalten gewesen ist. In den Kammern sind große Mengen von Getreide in verkohltem Zustand erhalten geblieben - in den Sondagen wurden Getreidepakete von 0,8-1,2 m Mächtigkeit durchschnitten. Hier liegen noch viele hundert Tonnen verkohltes Getreide begraben; dies ist wohl der größte Fund dieser Art im Alten Orient. Die botanische Untersuchung zeigte, daß hier meist Gerste eingelagert war. In einer Silokammer lag Einkorn.
Aber auch die Dimension des Silokomplexes - länger als ein Fußballfeld und mehr als halb so breit - ist mehr als ungewöhnlich. Abhängig von der Füllhöhe in den Kammern konnten hier 7.000-9.000 m³ Getreide dauerhaft eingelagert werden. Diese Menge entspricht dem jährlichen Bedarf von 20.000-30.000 Menschen, und es erscheint klar, daß dies nicht nur der Vorrat für die Stadt Hattuscha war - hier lagerte ein Teil des Staatsschatzes und der Machtbasis des hethitischen Großkönigs.

Siehe auch: Forschungsbericht Silokomplex