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Die Königsburg Büyükkale

 

Die im Osten des Stadtgebiets gelegene Büyükkale (= Große Burg) ist ein idealer Platz für die Einrichtung eines Herrschersitzes. Dieses relativ ebene Hochplateau von rund 250 x 140 m Größe war auf allen Seiten durch steile Hänge und schroffe Felswände geschützt.

 

 

Büyükkale'nin rekonstrüksyonu
(P. Neve kaynak alınarak U. Betin)

Die Königsburg Büyükkale aus der Luft gesehen

 

Plan der Königsburg im 13. Jahrhundert v. Chr.

 

 

 

Ursprünglich führte ein großer Viadukt (1) von Süden her auf das Burgtor zu. Das Südtor (2), das Haupttor der Königsburg war ursprünglich mit Löwenreliefs ähnlich wie am Löwentor geschmückt. Durch dieses Tor gelangte man zunächst in den sog. Burgtorhof (3). In dessen Mitte verlief ein Pflasterweg aus roten Steinplatten, der den Besucher zum Portal des Unteren Burghofes führte (4). Der langestreckte Untere Burghof (5) ist der zweite in einer Reihe von vier Höfen unterschiedlicher Größe. Wie auf dem Plan zu erkennen ist, war der Hof von langen Pfeilerhallen bzw. Kolonaden (6) gesäumt. Um den Hof herum waren verschiedene Gebäude (M, N, H, G und A) gruppiert. Man nimmt an, daß hier Residenzen von hochgestellten Palastbeamten und auch die Unterkunft für die Palastwache, die "Goldlanzenträger", lagen. Am anderen Ende des Unteren Burghofs stand ein Torbau (7), durch den man in den Mittleren Burghof gelangte. Dieses Tor bildete auch optisch eine Trennung zwischen innerem und äußerem Palastbereich. Der dahinter gelegene Mittlere Burghof (9) war ebenfalls mit Kolonaden gesäumt. Am Nordwestrand dieses Hofes liegt das größte Gebäude auf Büyükkale - Bau D, der im Obergeschoß wohl die Audienzhalle der hethitischen Könige enthielt. Über ein Portal (10) war die Halle vom Hof her zu betreten. Bau E und F an der Nordwestseite von Büyükkale beherbergten vermutlich die Privatgemächer der Könige - abgeschirmt tief hinten im inneren Burgbereich, mit einer phantastischen Aussicht über die Stadt und über das anschließende Tal nach Norden. Sowohl Bau E als auch Bau K und Bau A an der Südseite der Palastanlage enthielten umfangreiche Tontafelarchive. Hier lagerten in Holzregalen Hunderte von Tafeln, die für die Erforschung der hethitischen Geschichte eine sehr wichtige Rolle gespielt haben. Sie haben das katastrophale Feuer, in dem die Palastanlagen am Ende zugrunde gegangen sind, weitgehend unbeschadet überstanden. Die ehemals auch vorhandenen Holztafelarchive sind dagegen vollständig verloren gegangen.