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Poternenmauer

 

Eine der Poternen während der Ausgrabung

Eingang einer Poterne (= Tunnel) in der Poternenmauer

Dies ist die älteste Stadtmauer von Hattuscha. Sie schützte die hethitische Altstadt, auch Unterstadt genannt, an ihrer Süd- und Westseite. Entlang eines natürlichen Tals führte diese Befestigungslinie bis hinauf zur Königsburg von Büyükkale. Von der Straße aus sieht man vor allem den Erdwall, auf dem die Mauer stand. Sie ist wie fast alle hethitischen Befestigungen als Kastenmauer konzipiert - massive Außen- und Innenmauern, die in regelmäßigen Abständen mit Quermauern verbunden sind; die so entstandenen Hohlräume waren mit Erde verfüllt. Die Mauer war insgesamt etwa 8 m breit und in unregelmäßigen Abständen von 12-20 m mit Türmen versehen.

Acht Tunnel, die sog. Poternen, führten einst unter der Mauer hindurch. Sie sind in Abständen zwischen 70 und 180 m angelegt und heute alle verschüttet; nur die Eingänge sind noch erkennbar. Sie sind mit Kragsteingewölben gebaut und entsprechen dem Tunnel bei Yerkapi in der Oberstadt, der heute noch begehbar ist. Zu ihrer Funktion gibt es nur Vermutungen. Man hielt sie früher für Ausfallpforten, durch die die Krieger unbemerkt in den Rücken von Angreifer gelangen konnten. Daher stammt auch der Name Poterne, abgeleitet von lateinisch posterula = Hintertürchen, Nebentürchen. Es scheint aber doch mehr dahinterzustecken, denn Ausfallpforten würde man wohl eher tarnen und nicht mit weithin sichtbaren Eingängen versehen.