Acht Tunnel, die sog. Poternen, führten einst unter der Mauer hindurch. Sie sind in Abständen zwischen 70 und 180 m angelegt und heute alle verschüttet; nur die Eingänge sind noch erkennbar. Sie sind mit Kragsteingewölben gebaut und entsprechen dem Tunnel bei Yerkapi in der Oberstadt, der heute noch begehbar ist. Zu ihrer Funktion gibt es nur Vermutungen. Man hielt sie früher für Ausfallpforten, durch die die Krieger unbemerkt in den Rücken von Angreifer gelangen konnten. Daher stammt auch der Name Poterne, abgeleitet von lateinisch posterula = Hintertürchen, Nebentürchen. Es scheint aber doch mehr dahinterzustecken, denn Ausfallpforten würde man wohl eher tarnen und nicht mit weithin sichtbaren Eingängen versehen. |