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Stadtgeschichte

Die frühesten Besiedlungsspuren im Stadtgebiet von Hattuscha stammen aus dem Chalkolithikum im 6. Jahrtausend v. Chr.

Eine kontinuierliche Besiedlung setzt gegen Ende des 3. Jahrtausends v. Chr., in der entwickelten Frühbronzezeit ein. Die Hattier, anatolische Ureinwohner, gründen hier eine Siedlung und nennen sie Hattusch.

Im frühen 2. Jahrtausend v. Chr. entsteht am Rand der hattischen Siedlung ein Karum, eine Kolonie von assyrischen Händlern. Mit ihren Eselskarawanen transportieren sie Güter über große Entfernungen, sowohl innerhalb Anatoliens als auch nach Mesopotamien, und tragen so zu einer gewissen "Globalisierung" bei. Mit ihnen kommt erstmals die Schrift nach Anatolien.

Um 1700 wird die Stadt von König Anitta aus Kuschar zerstört und auf ewig verflucht. Kurz darauf wird sie jedoch wiederbesiedelt, und gegen Ende des 17. Jahrhunderts v. Chr. richtet ein hethitischer Fürst namens Labarna hier seine Residenz ein. Aus Hattusch wird Hattuscha, und Labarna nennt sich fortan Hattuschili, "Der von Hattuscha". Das ist der Beginn der Geschichte der hethitischen Hauptstadt und des hethitischen Königshauses, von dem man bisher 27 Großkönige mit Namen kennt.

Die Altstadt von Hattuscha umfaßte eine Fläche von rund einem Quadratkilometer. Sie war umgeben von einer über Berg und Tal geführten Befestigungsmauer. Der Königspalast lag auf dem heute Büyükkale genannten Plateau, hoch oberhalb der Unterstadt mit den Wohnvierteln. Im Laufe der Zeit wird die Stadt dann nach Süden erweitert und auf die doppelte Größe gebracht. Zum Schutz baut man eine neue Stadtmauer, versehen mit mehreren monumentalen Toren. Soweit man bisher weiß, wurden in den südlichen Stadtvierteln vor allem offizielle Gebäude und Tempel errichtet - "die tausend Götter des Hatti-Landes" fanden hier eine Heimat.

Um 1200 v. Chr. wird die Stadt aufgegeben und verlassen, vermutlich als Folge von Thronstreitigkeiten und inneren Unruhen, die zum Zusammenbruch des Großreiches führten. Zurück bleiben die Archive, in denen vieles vom Wissen der damaligen Zeit bewahrt geblieben ist: Bisher fand man in Hattuscha rund 30.000 Fragmente von Tontafeln mit akkadischer Keilschrift, auf denen Verträge und Staatskorrespondenz, Orakeltexte, Kultanweisungen, Urteilssammlungen, historische Texte und Traditionsliteratur des Alten Orients festgehalten sind.

Etwa um 1200 v. Chr. endet in Anatolien auch die Epoche, die die Archäologen als Bronzezeit bezeichnen. Die Hethiter ziehen sich nach Südostanatolien und Syrien zurück, wo die sogenannten späthethitischen Fürstentümer noch einige Jahrhunderte fortexistieren.

In der nun beginnenden Frühen Eisenzeit gibt es in den Ruinen der verlassenen Hauptstadt bald einen Neubeginn. Zugewanderte Siedler gründen eine bescheidene bäuerliche Siedlung, die im Laufe der folgenden Jahrhunderte wächst und 7.-6. Jahrhundert v. Chr. zu einem regionalen Zentrum wird. Später folgen dann galatisch/ hellenistische, römische und byzantinische Ansiedlungen, und im 18. Jahrhundert n. Chr. wird hier die türkische Siedlung Bogazköy (später in Bogazkale umbenannt) gegründet.

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