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Südburg, Tempel 31

 

Die Südburg, eine Befestigungsanlage aus der mittleren Eisenzeit (7.-6. Jahrhundert v. Chr.)

 

Plan der Südburg und Tempel 31

 

 

Eine der wenigen heute in Hattuscha sichtbaren Anlagen, die nicht hethitisch sind, ist die "phrygische" Südburg, die in der Zeit nach 700 v. Chr. errichtet worden ist. Sie ist Teil einer größeren eisenzeitlichen Besiedlung, die sich in weiten Teilen der Unterstadt sowie in der östlichen Oberstadt ausdehnte. Auch auf der hethitischen Königsburg von Büyükkale, dem Plateau 100 m nördlich der Südburg, stand zu dieser Zeit eine große eisenzeitliche Burganlage.

Die eisenzeitlichen Befestigungsmauern hatten einen massiven Sockel aus Bruchsteinen, der hier bei der Südburg rund 4 m dick war. Darauf gab es wohl wie bei den hethitischen Mauern einst einen Aufbau mit Türmen und Zinnen aus Lehmziegeln und Holzfachwerk. Ein einzelnes Tor, das von zwei Türmen flankiert war, führte von Nordwesten in die Anlage hinein. Im Inneren befanden sich Wohnbauten, Werkstätten und Lagergebäude. Auch diese Bauten hatten Lehmziegelwände und mit großer Wahrscheinlichkeit auch Flachdächer, wie die hethitischen Gebäude in Hattuscha.
Die Reste eines hethitischen Großbaus, der als Tempel 31 bezeichnet wird, wurden in der Nordhälfte der Südburg ausgegraben. Auf dem Plan erkennt man den großen Innenhof, typisches Kennzeichen aller Tempelanlagen. Vielleicht spielte dieser Tempel eine Rolle bei dem Kult, der mit den Kammern 1 und 2 und den dahinterliegenden Teichen verbunden war.