Die zahlreichen Grundrisse in der Senke nördlich von Yerkapı stammen zum großen Teil von hethitischen Tempelbauten. In der Großreichszeit ist dieser Bereich zu einem regelrechten Kultviertel ausgebaut worden, nachdem man zuvor die große Stadtmauer im Süden errichtet und so einen entsprechenden Schutz geschaffen hatte.
Bislang sind in der Oberstadt von Hattuscha 30 Tempel lokalisiert worden, aber es ist durchaus anzunehmen, daß hier noch weitere Tempel lagen. Nicht umsonst werden in hethitischen Texten "die tausend Götter des Hatti-Landes" genannt. Damit kommt die hethitische Tradition zum Ausdruck, auch Götter von fremden Städten und Völkern in den eigenen Kult mit aufzunehmen. Und wenn auch nicht immer gleich ein Tempel gebaut wurde, so gab es doch auch heilige Steine, Bäume, Haine und Quellen, die der Verehrung von Göttern geweiht waren. Auch davon ist viel die Rede in den hethitischen Texten. Die Maße der Tempel variieren beträchtlich, zwischen 1200-1500 m² bei den größeren und 400-600 m² bei den kleineren. Bei einigen Tempeln (Nr.4, 6, 26) erkennt man größere mit einer Mauer eingefriedete Bereiche, die als Temenos (=heiliger Bezirk) gedeutet werden. Die Größe und die Vielzahl der Räume erklärt sich damit, daß die Tempel oft Wirtschaftsbetriebe waren, denen Land und Personal gehörte und die auch für die Verarbeitung und Lagerung von Rohmaterial und Nahrungsmitteln eingerichtet waren. Daneben übten sie möglicherweise auch die Funktion einer Botschaft des Landes aus, dessen Gottheit in diesem Tempel verehrt wurde.
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