Unterstadt
Großflächige Ausgrabungen sind hier bisher nur im Bereich der Inneren Unterstadt durchgeführt worden. Dieser Teil der Stadt wird heute beherrscht von einer großen künstlichen Terrasse, auf der einst der größte Sakralbau der Stadt, Tempel 1, stand. Diese Anlage wurde in der hethitischen Großreichszeit, dem 14./13. Jahrhundert v. Chr., genutzt. In dieselbe Zeit gehört auch der größte Teil der Wohnhäuser, deren Grundrisse jetzt unterhalb (= nördlich) der Tempelterrasse zu sehen sind. |
Die hethitische Wohnbebauung der Unterstadt war kleinteilig und hat sich im Verlauf der rund vier Jahrhunderte währenden Geschichte der Stadt häufig verändert. In den älteren Schichten herrschten noch Hofhäuser mit offenem Innenhof vor, aber später kamen Hallenhäuser mit überdachter Wohnhalle auf, eine typisch städtische Hausform. Hier wohnten Priester, Beamte, Händler und Handwerker, während die bäuerliche Bevölkerung eher außerhalb der Stadt in Dörfern und Weilern in der Umgebung lebte. Die Hauswände waren aus luftgetrockneten Lehmziegeln gebaut, teilweise unterstützt von einer Fachwerkkonstruktion aus Holz. Gedeckt waren die Häuser mit Flachdächern aus Holzbalken mit einer Lehmauflage. Die Häuser waren mehrräumig, mit Backöfen und Herdstellen, und sogar Sitzbadewannen aus Ton gab es hier und da.Während Frischwasser an kommunalen Zapfstellen zur Verfügung stand, gab es für die Abwasserentsorgung auch Hausanschlüsse, die in Kanäle unter den Straßen und Gassen führten.
Die ältesten Siedlungsspuren im Bereich der Inneren Unterstadt gehen aber viel weiter zurück: In der späten Frühbronzezeit (Ende 3. - Anfang 2. Jahrtausend v. Chr.) lag hier schon eine Siedlung der Hattier, der anatolischen Ureinwohner. Damals hieß der Ort noch Hattusch. Und auch Baureste aus der Zeit der Assyrischen Handelskolonie (19.-18. Jahrhundert v. Chr.), die sich neben der hattischen Siedlung entwickelte, sind hier ausgegraben worden.
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