Der Wall ist auf der Außenseite etwa 35 m hoch (bei einer Länge von 250 m und einer Basisbreite von gut 80 m). Die Böschung ist hier - im Gegensatz zur Stadtseite - mit einem sorgfältig ausgeführten Steinpflaster versehen. An beiden Seiten befinden sich steile Treppen, die auf den Wall hinaufführen. Sie zeigen deutlich, daß der Wall nicht als besondere Verteidigungsanlage diente. Dazu ist er auch mit einem Böschungswinkel von 35 Grad nicht steil genug - geübte Krieger stürmen hier im Laufschritt hoch. Abgesehen davon würde man als Angreifer den Sturm auf die Stadtmauer sicher nicht hier, sondern wenige Meter weiter westlich oder östlich versuchen, denn dort ist der Wall, auf dem die Stadtmauer steht, sehr viel niedriger. Es scheint vielmehr, daß der gepflasterte Wall von Yerkapı vor allem ein repräsentatives Bauwerk ist, mit dem Macht und Größe der Stadt, des Staates und/oder der Religion zum Ausdruck gebracht werden sollte. Für die von Süden her kommenden Reisegesellschaften bot der weiß leuchtende Wall mit Stadtmauer und Türmen eine weithin sichtbare Landmarke.
In der Mitte der Stadtmauer auf dem Wall von Yerkapi liegt das Sphinx-Tor. Im Gegensatz zu den großen Stadttoren wird es nicht von zwei Türmen flankiert, sondern führt durch einen Turm hindurch. Seinen Namen trägt es nach den vier Sphinx-Darstellungen, die einst an den Blöcken der Türlaibungen angebracht waren. Sphingen sind Mischwesen mit dem Körper eines Löwen und einem menschlichen Kopf. Die Hethiter dürften die Darstellung dieser Wesen von Ägypten übernommen haben, wo der Sphinx als die Darstellung des Königs galt. Die weichen Gesichtszüge der hethitischen Sphingen sprechen jedoch dafür, daß hier weibliche Wesen dargestellt sind.
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